Betriebs-und Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Allgemeine Informationen zur Betriebshaftpflichtversicherung:

Versichert wird die so genannte Betriebsstätte des Unternehmens (Büro) und die damit verbundenen Haftpflichtrisiken. In der Regel besteht auch bereits Versicherungsschutz für Personen- oder Sachschäden, die auf Dienstreisen verursacht werden oder auch bei der Teilnahme an Messen.

Neben den Risiken, die sich beispielsweise aus dem Betrieb der Geschäftsräume ergeben, sind weitere Absicherungen zu empfehlen. Zu nennen sind hier die Deckung nach dem Umweltschadengesetz (also z.B. Schäden an geschützten Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräumen), die Absicherung vor Mietsachschäden an Gebäuden und Räumen (Schäden am Eigentum des Vermieters) und bei Verlust von (fremden, berufsbezogenen) Schlüsseln.

Moderne Deckungskonzepte bieten zudem auch Haftpflichtversicherungsschutz bei der Nutzung des Internets an, denken Sie z.B. an die versehentliche Verbreitung von Schadsoftware wie Computerviren, -würmern, Trojanern usw.

Warum ist eine Betriebshaftpflichtversicherung besonders wichtig:

Ganz allgemein handelt es sich beim Thema Haftung um gesetzlich geregelte Ansprüche Dritte wie z.B. Schadenersatz. Haftpflichtversicherungen übernehmen die Prüfung der Haftpflichtfrage, die Regulierung begründeter Ansprüche sowie die Abwehr nicht berechtigter Ansprüche (so genannte passive Rechtschutzfunktion). Dabei werden im Falle von Streitigkeiten auch eventuelle Prozesskosten übernommen.

Eine Eigenvorsorge, etwa durch Rückladenbildung, ist faktisch unmöglich, da die Risiken nicht kalkulierbar sind und sehr hohe Ansprüche möglich sind, insbesondere bei Personenschäden. Diese Umstände machen Haftpflichtversicherungen ganz allgemein zu den wichtigsten Policen für ein Unternehmen, wobei es gerade hier auf eine bedarfsgerechte Deckung ankommt und, wie wir alle wissen, besonders auf das „Kleingedruckte“.

Schadensfälle, welche bei der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung umfasst sein können:

1. Vergessene Stornierung
Ein Reisebüromitarbeiter buchte eine Reise in die Türkei für 2 Personen zu einem Reisepreis von 2.300,- Euro. Aufgrund eines Todesfalls in der Familie musste die Reise storniert werden. Die Reisenden teilten dem Reisebüro per E-Mail mit, dass die Reise storniert werden muss. Der Reisebüromitarbeiter hat diese Mail erhalten, allerdings vergessen die Reise unverzüglich zu stornieren. Zu dem Zeitpunkt, an dem der Reisebüromitarbeiter die Mail bearbeitet hat, waren die Stornierungskosten stark gestiegen. Die Kosten betrugen zum Zeitpunkt des Eingangs der E-Mail 460,- Euro. Durch die verspätete Bearbeitung haben sich die Stornierungskosten auf 805,- Euro erhöht.

Dieser Fall war über die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Reisebüros abgedeckt. Zwingende Voraussetzung für eine Regulierung ist ein Verschulden seitens des Versicherungsnehmers. Da der Reisebüromitarbeiter die Stornierung zu spät durchgeführt hat, war das Verschulden des Reisebüros vorhanden und der Differenzbetrag wurde erstattet.

→ Regulierung: 345,- Euro    (abzüglich Selbstbehalt von 10% = 34,50 Euro)

2. Falschberatung

Ein Reisebüromitarbeiter buchte eine Kreuzfahrt in die Karibik für eine allein reisende Dame. Um der Dame die Anreise zur Kreuzfahrt möglichst angenehm zu gestalten, bot das Reisebüro gegen einen Aufpreis von 900,- Euro den komfortabelsten Sitzplatz der Fluglinie an. Tatsächlich wurde der gezeigte Sitzplatz allerdings auf diesem Flug nicht angeboten, weshalb die Dame den Sitz einer Kategorie niedriger erhielt.

Dieser Fall war über die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Reisebüros abgedeckt. Zwingende Voraussetzung für eine Regulierung ist ein Verschulden seitens des Versicherungsnehmers. Da der Reisebüromitarbeiter bei Buchung einen falschen Sitzplatz zeigte, was das Verschulden des Reisebüromitarbeiters gegeben. Der Regulierungsbetrag wurde ermittelt aufgrund der unterschiedlichen Sitzqualitäten.

→ Regulierung: 350,- Euro    (abzüglich Selbstbehalt von 10% = 35,00 Euro)

3. Falschberatung

Eine Familie (2 Erwachsene, 3 Kinder) wollte im Reisebüro einen Hotelurlaub in Italien mit All Inclusive (AI) Verpflegung für 2 Wochen buchen. Der Reisebüromitarbeiter bot den Kunden aufgrund mangelnden AI-Angebots ein Hotel mit Halbpension an, bei welchem die Getränke zu den Mahlzeiten inklusive waren. Der Reisebüromitarbeiter hat die Aussage aufgrund der Leistungsbeschreibung eines Veranstalters getroffen, über den jedoch die Reise nicht gebucht wurde. Bei der getätigten Direktbuchung über das Hotel, waren die Getränke zu den Mahlzeiten allerdings nicht inklusive, so dass der Familie Zusatzkosten von 684,- Euro entstanden.

Dieser Fall war über die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Reisebüros abgedeckt. Zwingende Voraussetzung für eine Regulierung ist ein Verschulden seitens des Versicherungsnehmers. Da der Reisebüromitarbeiter bei Buchung der Reise auf die falsche Leistungsbeschreibung hingewiesen hat, war das Verschulden des Reisebüromitarbeiters gegeben.

→ Regulierung: 684,- Euro    (abzüglich Selbstbehalt von 10% = 68,40 Euro)

 

Es wird für alle hier beschriebenen Fälle darauf hingewiesen, dass grundsätzlich keine generelle Aussage getroffen werden kann, ob ein Anspruch reguliert oder abgewehrt wird. Alle Schadensfälle werden individuell geprüft und aufgrund dieser Prüfung beurteilt.